Bertha Teske.....

 

ist meine kabarettistische Kunstfigur, die im Ruhrgebietsdeutsch spricht und der ich stets einen aktuellen Text mit lokalen Bezügen "auf den Leib schreibe", den ich selbst vortrage.

Bertha "parliert" mit "Herz und Schnauze" und kommt dabei von "Hölzkens auf Stöckskens".

Natürlich weiß sie immer eine Menge zu gesellschaftlichen und sozialen Themen zu sagen - dabei scheut sie sich nicht zuweilen die "hohe Politik" zu kommentieren....

Aber auch die eigene Familie, mit ihrem Willi, "unsa Oma", "unsa Oma ihren Stump, wat der ihrn vollgefressenen Kata is, der übaall hin mit muss" sowie "unsa Lisbeth un der ihrn Otto - also dat is unsa Lisbeth ihren Kärl" findet ausgiebig Erwähnung, zumal sich in deren Umfeld immer wieder außergewöhnliche Dinge ereignen, welche die Lachmuskeln der Zuhörerinnen und Zuhörer strapazieren.

 

 

Hier ist eine kleine Kostprobe von "Bertha Teske"

(Es ist schwierig, Berthas Reden nur zu lesen - so eine Frau muss man einfach hören!):

 

Nä,Härrschaften, ich bin doch hier richtig bei dat große Kaffeetrinken vonne Frauens.

Jau, da sin ja alle. Bin ja widda mit mein Willi hier int Sauerland – gleich hier inne Ferienwohnung, vonzwegen de frische Luft un so. Is imma allet picobello, kannze nixvon sagen.

Un da wollt ich doch ma bei de Frauens zukucken, die ham ja imma envollet Programm. Nich nur da Alten – auch de Jungen! Gerade die tun sich für de Gemeinschaft engagieren - un kucken, dat et übaall richtich an laufen is. 

Die ham da ne Masse Vorschläges, watse so allet machen kannz, wennze dich inne Gesellschaft einbringen wills. Dat is auch ne ganz wichtige Sache, dat Ehrenamt – aba da sin de Frauens ja ohnehin Vorbilders drin - wat die allet tun!

Die sin dat Leben ja förmlich an hochhalten! Ohne die lief nix! Un wer sollte de ganze Expertens un Angestellte bezahlen, wennet nich Leute fürt Ehrenamt geben tät? Sehn Se!

Deshalb tun die allen dat verklickern und tun se für de Wirtschaft unne Gesellschaft fit machen, damit se übat Geld, de Gesundheit, Politik unt Soziale, Bescheid wissen.

Nä ährlich! Früher warn de Frauens ja mehr fürt Kochen un Backen,solche Sachen, aba heute kannze se inne Gesellschaft nix mehr vormachen.

Un da ist imma ganz wichtig. Nä ährlich!

In April sin se sich  mit de Kunst, „wie ma aus Zitronensaft Limonade macht“ an beschäftigen.

Müssen se dabei fein aufpassen! Nich dat et denen so geht, wie unsa Oma mit ihrn Holundersekt. Hatte unsa Tante Käthe aus Koblenz unsa Oma dat Geheimrezept verraten. - Un unsa Tante Käthe sachte, dat wää sozusagen alkoholfreier Sekt. Also waa unsa Oma Zitronen, Wassa, Zucka un Holunderblüten an ansetzten.

Dat stand dann inne olle Milchkanne bei se innen Kella un war da ganz stickum vor sich an hingären. Wie unsa Oma nach eine Woche zukuckte,warn da so feine Perlkes an aufsteigen - wie bei den „Söhnlein brillant“.

Ja,un dann ging dat bei unsa Oma mit de Verkostung los. Un weilze ja imma viel trinken solls, ging unsa Oma imma widda in Kella, für sich wat von den Zeug zu holen, weil dat wa ja so süffig - un alkoholfrei!

Als unsa Lisbeth un ich abmds nach se kamen, war unsa Oma mit ihrn Stump,also dat is der ihrn vollgefressenen Kata,  auf dat kleine blaue Sofa an sitzen un knochenhart „Oh, du schöner Westerwald“ an singen.

Waa dich diese Holundersekt langsam in Gärung übagegangen un de ganze Zucka waa sich in Alkohol an verwandeln. Dat nennt man de alkoholische Gärung - un von die war unsa Oma dann so knülle.

Weil dat war schon mehr als en Absacker! - Denn als wa uns dat in den Kella ma bekucken taten, war de Kanne fast leer. Unsa Oma lag anschließend mit ihre Porreepiepen auf dat Sofa un konnte en nächsten Tach durchratzen – ohne sich um ihrn Stump zu kümmern - wo die da sonz nix drankommen lässt. Un wir hatten dann widda Ehrenamt!

Oma betutteln un zukucken, dat da für den Stump imma lecka Whiskas in den sein Kattenpott zu liegen kam. Mein Willi un ich hatten dich vielleicht en Brassel.

Allet vonzwegen den alkoholfreien Holundersekt nach den Rezept von unsa Tante Käthe.

Deshalb is dat auch sonne Kunst mit den Limonademachen - un so warn se de Frauens dadrin an einführen.

De jungen Frauens machen ja öfters Party. Wollen se demnächst in sone Halle nach Hagen – so mit Bowlen und mehr. Ich meinte noch für mein Willi: „Also dat de jungen Leute jetz widda so gute alte Ananasbowle oda en Kullerpfirsich trinken, find ich gut! - Siehse, et kommt allet widda!“ Aba da sachte mein Kärl für mich: „Wat meinze wohl, wat dat für Bowlen sin? – Dat is Bowling, dat is so wat wie Kegeln – kein Bowle zun Trinken! Meinze de jungen Frauens täten da ne ruhige Kugel schieben? Du bis mich vielleicht ne Knalltüte!“

Denken Se ma, wat der sich einbildet! - Aba ich muss wohl auch ma bei Clübken, damit ich in diese Dinge bessa bewandert bin.


 

Dat Frauensclübken hat ja denächst auch son Blind Date. Ich dachtes chon, dat wär so wie bei unsa Lisbeth ihren Dieta, also dat is unsa Lisbeth ihrn Nachzügler, den se noch inne Wechseljahre kriechte. Jetz is der 26 un noch imma keine Ische für den in Sicht. Deshalb kriechte der neulich von sonne Agentur auch son Blind Date, mit en paar Namens un Erkennugszeichens von so Frauens aus guten Hause, die de Dieta vorher noch nich gesehen hatte. Die taten sich dann irgenzwo treffen un kucken, ob sonne spätere Ehe nich ausgeschlossen wää.

Aba für den verwöhnten Burschen waa wohl widda nix Passendet dabei. Unso bleibt de Lorbass unsa Lisbeth noch innen Hotel Mama erhalten.

Aba mit den Blind Date bei de Frauens is dat scheinz wat andert, denn in der ihren Programm stand dadrunter: „Essen in Dunkeln“.

Fahn die da nach Essen bei uns int Revier un tun da ne Nachtwanderung machen? – Oda wolln die wirlich irgenzwo feudal in Dunkeln speisen?

Wenn dat so is, ziehn die sich bessa olle Pröttels an, denn wennze so in Düstern an dinieren bis, hasse dich an Schluss aba schäbbich bekleckert. Nä ährlich! Dat können Se mir glauben! 

Un dann is dat„kleine Schwatte“ nich mehr zun Strunzen.

Aba ob dat übahaupt wat is, son Vier-Gänge-Menue in Dunkeln? Et Auge isst doch schließlich auch mit. Da machense doch bessa ne Nachtwanderung in Essen. - Hauptsache et is wat los.


 

Wo viel Licht is, da is auch Schatten.

So, nu muss ich aba los. Augenblicks is widda viel Fußball inne Glotze un dat muss mein Willi natürlik kucken.

Mein Willi waa schon an unken: "Bei den Krankenstand gibt dat ma widda nix.!

Ich sachte für den: "Wennse kein Kerls mehr für de Nationalmannschaft ham, könnse doch en paar von die Frauleutes nehmen, die ham immahin auch schon dat ein oda andere Titelken."

Da wurd mein Kerl villeicht fuchtig, sach ich Ihnen. Meinta doch: "Am besten stelln se dich gleich aufen Platz. Du sollz dat wohl schon regeln, denn unsa Bertha kann allet, dat is en Allerweltsweib! De Funktionärstätigkeiten machse dann auch - beide ine große Klappe! Unt Ehrenamt kannze auch. Bis eben selbs so ne richtige Lichtgestalt.“

Sagen Se ma: Wat bildet der Kärl sich eigentlich ein? Dat is vielleichtein Knallkopp.

Aba wenn ich jetz nich inne Pötte komme, wird mein Kärl wirklich nickelig.

Also machen Se et jut. Tüschkes, bis zu nächsten Ma -

Ihre Bertha Teske aus Wanne-Eickel


 

 

Copyright ©: Heidrun Funke,Ingemertermühle 4,  

                   58540 Meinerzhagen  (2015)

 

 

Wenn "Bertha Teske" auch bei Ihnen "parlieren" soll, können Sie gerne mit mir Kontakt aufnehmen......