Leseprobe 

 

An dieser Stelle gibt es wechselnde Leseproben. Die kompletten Geschichten finden Sie in den jeweiligen Broschüren - oder Sie lassen sich diese bei Ihren Veranstaltungen einmal von mir persönlich vortragen....

 

aus der Broschüre: " Lächelnde Pfade"

Copyright ©: Heidrun Funke, Ingemertermühle 4,

58540 Meinerzhagen (2018) :

 


Osterzeit bringt neues Leben

  
   Im ganzen Lande grüne Triebe,
ein Sonnengruß vom Himmelszelt,
dem Winter drohen letzte Hiebe
und dann verlässt er Wald und Feld.

  
   Die Osterlämmer auf den Weiden
sind Inbegriff der Lebenslust,
vorbei die starren Kälteleiden,
das Herz schlägt freudig in der Brust.


   Der Frühlingsanfang setzt Akzente
und alles blüht mit bunter Pracht,
Gefiederglanz bei Pfau und Ente,
der Tag wird lang, es geht die Nacht.

  
   Die Vögel zwitschern froh im Chore,
ein Summen rund ums Bienenhaus,
der Frühling sorgt jetzt für Furore
und lockt die Menschen rasch hinaus.

Ja, Ostern bringt uns neues Leben,
als Teil der Auferstehungskraft,
der Schöpfer schenkt ein frisches Streben,
das jährlich dieses Wunder schafft.


  
Heidrun Funke  
                                    

  

 

Copyright ©: Heidrun Funke, Ingemertermühle 4,

58540 Meinerzhagen (2018) :

 

Aus: "Mit Humor in den Alltag"  Copyright ©: Heidrun Funke, Ingemertermühle 4,58540 Meinerzhagen (2017)


Agathe, die sich bei ihrer Tochter Lieselotte erholt, schreibt an ihre Freundin Loni:


Liebe Loni!

    

Nun wird es endlich Zeit, dass ich Dir von unserer abenteuerlichen Maiparty erzähle, wobei das Fest an sich weniger spektakulär war. Allerdings gibt es trotzdem eine Menge, das ich Dir unbedingt berichten muss. Du wirst kaum glauben, was es hier alles gibt.

Vorige Woche waren wir nämlich bei Lieselottes Freunden zu einem kleinen frühlingshaften Fest eingeladen. Es sollte noch ein verspäteter Start in den Wonnemonat sein – aber gleichzeitig auch eine Einweihungsparty. Die Leute bezogen kürzlich ihr ganz modernes Haus am Stadtrand. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie vornehm alles war. Zu essen gab es allerdings nur Grillwürstchen – dazu Bier oder Mineralwasser.
An dem Abend durften wir sogar alle Räume besichtigen. Da kommen wir Alten nicht mit.

Das Haus steht am Hang und um dorthin zu gelangen, muss man  dreißig Stufen einer Freitreppe überwinden. Und dann war man erst an der Haustür.

Das Fest fand in der oberen Etage statt und weil alle Zimmer fast vier Meter hoch sind, waren nochmals fünfundzwanzig Stufen zu steigen. So ein Haus ist nichts für alte Leute, wenngleich Lieselottes Freunde nun auch schon Anfang 60 sind. Ich glaube, sie haben gar nicht darüber nachgedacht, wie schnell Jahre verfliegen, sie selbst alt sind und die Treppen nicht mehr gut bewältigen können. Dafür war innen alles vom Feinsten eingerichtet. Supermodern sag ich Dir!

Das Wohnzimmer ist allein 50 m² groß und die Wände ringsum nur aus Sichtbeton. Eine Raumhälfte geht sogar über zwei Stockwerke hinweg, weswegen die Fenster über fünf Meter hoch sind - dazu drei Meter breit. Die möchte ich nicht immer putzen! Aber dafür haben sie tatsächlich einen speziellen Fensterputzer engagiert.

Das ganze Zimmer wirkte sehr steril, denn nirgendwo hingen Bilder oder Dekorationen. Es gab sogar nur wenige Möbelstücke. Dafür einen tiefschwarzen Fliesenboden. Die Couchgarnitur, die man hier Wohnlandschaft nennt, war aus weißem Leder.

Ich möchte nicht wissen, wie die in fünf Jahren aussieht. Der Hausherr sitzt täglich darauf und liest die Zeitung. Das tat er auch,  als wir dort waren. Die Blätter legte er auf der Sofalehne ab, wo die Druckerschwärze bereits dunkle Spuren hinterließ. Darüber denkt man in der Stadt selten nach.

Der Grill stand unter einem Glasdach auf der Terrasse. Anfangs qualmte das Ding fürchterlich, weshalb dicke Schwaden ins Haus zogen.
So etwas rächte sich, denn nach kurzer Zeit piepte der Rauchmelder. Ein Diener holte eine lange Leiter, um das Gerät vorübergehend abzumontieren, sonst hätte der Lärm womöglich die Nachbarschaft aufgebracht.

Ich aß ein Würstchen und nahm etwas Weizenbier zu mir.

Da ich die anderen Räumlichkeiten nicht mehr besichtigen wollte - denn ich hörte, alle Wände des Hauses seien aus Sichtbeton – darum hielt ich mich stattdessen ans angebotene Sprudelwasser. Ansonsten gab es nichts, was alte Frauen interessieren könnte.

Zwar erfuhr ich, dass eine bekannte Innenarchitektin das Bauwerk eingerichtet habe, doch dabei fragte ich mich, was sie wohl machte, denn die Wohnungseinrichtung war extrem sparsam. Nur für wenige Gäste war ein Sitzplatz vorhanden. In der Stadt lädt man zumeist zu Stehempfängen. Somit hockte ich praktisch auf dem weißen Sofa und trank mein Wasser.

Lieselotte schaute sich hingegen alles gründlich an, war aber gleichfalls weniger begeistert, wie sie mir später anvertraute.

Weil ich so viel getrunken hatte, musste ich irgendwann auf die Toilette.

Der Hausherr zeigte mir stolz den Raum und meinte, sie hätten die modernsten sanitären Anlagen, die es derzeit auf dem Markt gebe. Das war mir im Prinzip egal – Hauptsache ich konnte mich erleichtern.

Vor dem Gäste-WC standen besondere Hauspantoffeln, die ich anziehen musste. So solle verhindert werden, dass der unreine Boden der Toilette mit dem reinen Boden des Hauses in Kontakt komme. Das sei eine japanische Philosophie. Ich musste Lieselotte rufen, damit sie mir half, die Schuhe zu wechseln, weil ich mich so schlecht bücken konnte.

Leider ließ sie mich danach allein. Zwar hatte sie vorher noch gefragt, ob ich zurecht komme, aber darauf antworte ich lediglich, dass ich nun schon seit über 80 Jahren selbstständig auf die Toilette ginge.

Das hätte ich besser nicht gesagt. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, was dort auf mich zukam!

Als ich den Raum betrat, öffnete sich automatisch der Toilettendeckel. Ich dachte noch: Das ist ein toller Service. Im Alter ist man ja immer etwas steif und kann sich schlecht helfen.

Als ich mich auf die Brille setzten wollte, führ ich erschreckt hoch, kaum, dass mein Allerwertester den Kunststoff berührt hatte. Alles war unglaublich heiß! Später erfuhr ich, dass der WC-Sitz beheizt wird. Doch davon nachher mehr.

Ich getraute mich gar nicht wieder Platz zu nehmen. Neben dem WC hing eine Tafel mit unzählingen Knöpfen. Offenbar hatte ich einen davon, beim panischen Aufstehen, berührt und nun spritzte plötzlich Wasser aus dem WC-Becken.  Ein gezielter Strahl benetzte mein neues dunkelgrünes Kleid mit den Puffärmelchen. Es roch anschließend penetrant nach Duftspülung.

Da die Fontäne nicht aufhören wollte, drückte ich einen Schalter an dem Kästchen. Daraufhin blies mir ein wahrer heißer Wind aus dem Toilettentopf entgegen, der  mein dauergewelltes Haar zerzauste. Dabei ging ich vor der Party extra zum Friseur.

Seit ich den Raum betreten hatte und der Deckel sich öffnete, machte das WC pausenlos Geräusche, als würde die Wasserspülung ununterbrochen betätigt. Auch jetzt, während das Gebläse lief. Dennoch blieb augenblicklich alles trocken – im Gegenteilteil, es wehte immer noch heftiger ein Alpenföhn.
Um diesen abzustellen, betätigte ich einen weiteren Schalter, woraufhin die Dusche im Lokus erneut wie wild lossprühte, diesmal unter ruckartigen Bewegungen, weshalb der ganze Fußboden bald einer Seenlandschaft glich. „Vielleicht soll man deshalb die Hausschuhe anziehen, um das eigene Schuhwerk zu schonen“, dachte ich, nahm ein Handtuch, und wischte jene leidliche Überschwemmung auf. Anschließend trocknete ich den WC-Sitz ab, der ebenfalls feucht geworden war.

Dabei hatte ich mein eigenes Geschäft nicht einmal erledigt!

Derweil ich noch auf der Klobrille herumrieb, fiel plötzlich  der Deckel zu und klemmte meine Hand ein.

Nach vergeblichen Versuchen, ihn zu heben, öffnete ich die Toilettentür, um Lieselotte zu rufen. Doch dann klappte die Abdeckung auf wundersame Weise nach oben und gab meine Finger frei.

Du glaubst gar nicht wie schnell ich dieses unangenehme „stille Örtchen“ verließ.

Aber ich war an dem Abend nicht die Einzige, die Probleme mit jenem Hightech-Klo hatte.

Allerdings erwiesen sich die meinen noch als verhältnismäßig harmlos.

Kurz nach mir besuchte eine italienische Dame die Toilette und Minuten später, wurde die Partygesellschaft durch markige Schreie erschüttert.

Einige liefen zum Gäste-WC, wo sie eine, sich vor Schmerzen krümmende Frau vorfanden.

Offenbar war die Sitzheizung zu heiß geworden und hinterließ am Hinterteil der Signora einen roten Abdruck, der sogar im Krankenhaus behandelt wurde. Der Hausherr meinte ungerührt, es gebe hin und wieder noch Schwierigkeiten mit der Elektronik. Na, darauf wollte ich verzichten!

Wie es mit Agathe weiterging, erfahren Sie in meiner Brochüre: Mit "Humor in den Alltag"


Copyright ©: Heidrun Funke, Ingemertermühle 4, 58540 Meinerzhagen (2017)